Virtuelle Sprechstunde - Pilotprojekt in Schottland

Die Konsultation eines Spezialisten per Telemedizin (Foto: Cisco)
Die Konsultation eines Spezialisten per Telemedizin (Foto: Cisco)

03.12.2008 – ABERDEEN (MedCon/ur) – Ein Telemedizin-Pilotprojekt zeigt Chancen für einen grundlegenden Wandel der Gesundheitsversorgung von ländlichen und städtischen Gebieten auf. Cisco HealthPresence, ein Konzept zur Patientenbetreuung, wurde am Aberdeen Royal Infirmary in Schottland weltweit erstmals für einen Praxistest installiert.

Die Lösung kombiniert Video, Audio und CallCenter-Technologie mit medizinischen Informationen über ein hochsicheres Netzwerk. Durch die Einbindung der Videokonferenzlösung TelePresence ermöglicht sie virtuell ein persönliches Gespräch von Angesicht zu Angesicht, obwohl Arzt und Patient weit voneinander entfernt sein können.
Cisco HealthPresence besitzt Schnittstellen mit medizinischen Diagnosegeräten wie Stethoskop und Otoskop, sowie einen Monitor zur Anzeige von Blutdruck, Temperatur, Pulsrate und Puls-Oximetrie. Ein Assistent kann die medizinischen Geräte vor Ort anschließen und überwachen. Das Telemedizin-Pilotprojekt wird gemeinsam mit Cisco, dem Scottish Centre for Telehealth und dem National Health Service Scotland durchgeführt. Die Partner prüfen die Wirksamkeit der Lösung sowie die Zufriedenheit der Patienten und Ärzte damit.

"Derzeit befinden wir uns in einer Abwärtsspirale: Viele Menschen, die auch im Rahmen einer Fernbetreuung in ihrer jeweiligen Gemeinde versorgt werden könnten, gehen nämlich unnötigerweise in das Krankenhaus zur Untersuchung, Diagnose und Behandlung,", erklärt Dr. James Ferguson, Arzt für Notfallmedizin und klinischer Leiter des Scottish Centre for Telehealth.

Das Scottish Centre for Telehealth (SCT) wurde von der schottischen Regierung als Kompetenzzentrum ins Leben gerufen, um einen Beitrag zur Entwicklung und Unterstützung von Best Practices für die Telemedizin zu leisten. Das Zentrum spielt eine Schlüsselrolle im Plan der Regierung, eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsstrategie zu entwickeln, die als Grundlage für einen integrierten Gesundheitsservice dient.

Seit mehreren Jahren nutzt das Aberdeen Royal Infirmary Desktop-Videokonferenzsysteme, um die 15 Kommunalkrankenhäuser in der Region zu unterstützen, die medizinischen Abteilungen für kleinere Verletzungen unterhalten. Damit kann beispielsweise das Pflegepersonal über das Videokonferenzsystem in Aberdeen anrufen und die Meinung zu einem bestimmten Fall von einem erfahrenen Arzt der Notfallabteilung einholen. Bereits 2005 stellte das SCT sein Konzept für ein videobasiertes Telemedizinsystem für den Einsatz in den Kommunen vor. Die Resonanz war zwar positiv, aber das Konzept wurde erst 2007 umgesetzt, nachdem das SCT festgestellt hatte, dass die Cisco Internet Business Solutions Group (IBSG) an einer ähnlichen Lösung arbeitet.

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