– KÖLN (MedCon) – Ob Angst, Depression oder Magersucht - immer mehr Menschen leiden unter psychischen Störungen. So die landläufige Ansicht, die von Psychologen, Pharmavertretern und Journalisten gerne aufgegriffen und kolportiert wird. Doch das ist falsch, wie der Soziologe PD Dr. Dirk Richter von der LWL-Klinik Münster und der Psychiater Professor Thomas Reker von der Universität Münster in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Psychiatrische Praxis" darlegen.
Psychische Krankheiten nehmen demnach nicht zu. Richter und seine Kollegen werteten 44 Forschungsarbeiten aus den USA, Kanada, Australien und Westeuropa aus. Eingegangen in ihre umfangreiche Analyse sind ausschließlich Längsschnittstudien. Bei solchen Studien werden zwei oder mehrere Bevölkerungsstichproben über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Auf diese Weise lässt sich nachweisen, wie sich der psychische Gesundheitszustand eines bestimmten Menschen über die Zeit verändert.
"Anhand dieses Vorgehens", schreiben die Wissenschaftler, "konnte kein eindeutiger Trend erkannt werden, der darauf schließen lässt, dass die Häufigkeit psychischer Störungen in der Bevölkerung westlicher Länder in den Dekaden nach dem zweiten Weltkrieg anhaltend zugenommen hat." Laut Richter und Reker gehe aus den Daten hervor, dass es in den Jahrzehnten nach 1945 zunächst zu einem vermehrten Auftreten psychischer Leiden gekommen sei, doch dieser Trend habe sich dann nicht weiter fortgesetzt. Weder bei Erwachsenen noch bei Kindern und Jugendlichen, so das Fazit der Forscher, haben psychische Leiden in den letzten Jahrzehnten zugenommen.
Methodisch gesehen, gelten Untersuchungen mit Längsschnitt-Designs als besonders aussagekräftig, weil sie keinem Erinnerungsfehler unterliegen. Menschen neigen nämlich dazu, wie epidemiologische Studien zeigen, ihre vergangenen seelischen Leiden bei retrospektiver Befragung zu bagatellisieren, zu verschweigen oder zu vergessen. Dieser Rückschaufehler mindert die Aussagekraft von Querschnittsstudien, bei denen zu einem Messzeitpunkt X verschiedene Personen unterschiedlichen Alters befragt werden.
Im Querschnitt berichten ältere Geburtenjahrgänge über weniger psychische Leiden als jüngere. Daraus ziehen manche Forscher den Schluss, dass Menschen früher seltener unter Depression litten als heute. Die Psychiater Gerald L. Klerman und Myrna M. Weissman lieferten Anfang der 90er Jahre entsprechende Befunde und riefen das Zeitalter der Depression aus.
Nach Ansicht des Psychiaters PD Dr. Hermann Spießl von der Universität Regensburg spricht auf den ersten Blick alles für die These, dass die Deutschen psychisch immer kränker werden. Der Deutschen Rentenversicherung zufolge lassen sich 50 000 Menschen jährlich wegen seelischer Probleme frühverrenten. Laut DAK Gesundheitsreport 2005 ist die Zahl psychischer Leiden innerhalb von gut zehn Jahren um 68,7 Prozent gestiegen. Und seit 2001 sind seelische Erkrankungen die Hauptursache für Erwerbsunfähigkeit.
Doch die Inanspruchnahme psychologischer und psychiatrische Hilfe ist nach Ansicht von Richter kein Beleg für eine Zunahme psychischer Störungen. Die Zahlen zeigten nur, dass die Versorgungsprävalenz gestiegen sei - also die Bereitschaft, sich helfen zu lassen. Menschen werden im Jahr 2008 nicht häufiger seelisch krank als früher, sondern ihre psychischen Probleme werden lediglich schneller entdeckt und häufiger behandelt.
BRÜSSEL (MedCon) - Die EU-Kommission will den Kampf gegen seltene Krankheiten verstärken. Für Pharmaunternehmen sollen Anreize geschaffen werden, mehr in die Erforschung entsprechender Arzneimittel zu investieren. Außerdem will die Kommission, dass die 27 EU-Staaten bei Forschung, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten besser zusammenarbeiten. Schätzungsweise 36 Millionen EU-Bürger, so die Kommission, seien von seltenen Krankheiten wie Retinitis pigmentosa, Huntington-Krankheit, Blasenkrebs oder Mukoviszidose betroffen. Insgesamt gibt es laut Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou heute erst gut 45 Behandlungen gegen die insgesamt 5000 bis 8000 seltenen Krankheiten.
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Barcelona (dpa) - Mediziner testen erstmals in Spanien einen Aids- Impfstoff an Freiwilligen. Wie die Wissenschaftler mitteilten, soll der Impfstoff keine Infektion mit einem Aids-Erreger HIV verhindern, sondern davor schützen, dass nach einer Infektion die Immunschwächekrankheit ausbricht.
Bei 0,5 Prozent der HIV-infizierten Patienten bricht Aids niemals aus. Der von Wissenschaftlern des staatlichen Forschungsinstituts CSIC entwickelte Impfstoff solle diese Situation bei anderen Patienten «reproduzieren». An der im Januar beginnenden Testreihe nehmen 30 Freiwillige teil.
BERLIN (MedCon) - Im Jahr 1996 ist jedes siebte Neugeborene durch eine Operation entbunden wurden. Im Jahr 2006 habe bereits jedes vierte Kind per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblickt, teilte die Techniker-Krankenkasse mit. Geburtsmediziner hatten bereits auf ihrem Kongress Mitte Februar kritisiert, dass es zu viele Kaiserschnitte ohne medizinische Notwendigkeit gebe. Das sei weder für Mütter noch Kinder sinnvoll. In Deutschland liege die Kaiserschnittrate bei fast 30 Prozent und damit bis zu 20 Prozent höher als von der WHO empfohlen, kritisierte Heribert Kentenich, Chefarzt der Berliner DRK-Kliniken Westend. «Ängste vor der Geburt lassen sich nicht mit dem Messer lösen», sagte der Geburtsmediziner.
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16.06.2008 (MedCon/ur) - In der Veterinärmedizin werden schon seit langem Gleitgele eingesetzt, um die Geburt zu erleichtern. Ein ebenfalls rein physikalisch wirksames Gel führte nun das Schweizer Life Science Unternehmen Happy Child Birth AG erstmals in der Humanmedizin ein. Laut einer Studie verkürzte das Produkt Dianatal die Austreibungsphase um 30 Prozent, das entsprachen 26 Minuten. Zudem zeigten sich Beckenboden und Damm besser geschützt, so dass Langzeitschäden wie Urin-Inkontinenz und sexuelle Störungen reduziert werden können.
30.04.2008 (dpa) Im Alter von 102 Jahren ist am Dienstag der Entdecker der Halluzinationsdroge LSD, Albert Hofmann, gestorben. Hofmann hatte nach seinem Chemiestudium beim Pharmakonzern Sandoz gearbeitet. 1943 stieß er auf die halluzinogene Wirkung von LSD, das er bereits fünf Jahre zuvor entdeckt hatte. Das in den 60er Jahren verbotene LSD ist heute wieder interessant für Ärzte und Psychotherapeuten: Die Schweizer Regierung hatte vor zwei Jahren eine Pilotstudie bewilligt zur Erforschung der Auswirkungen der Substanz bei schwer kranken Patientinnen und Patienten. Ziel ist herauszufinden, ob LSD einen
positiven Effekt für die Psychotherapie haben kann.
29.04.2008 (dpa/lno) - Bessere Hilfen für alkoholkranke Eltern und ihre Kinder haben Rauschmittel-Experten beim 31. BundesDrogenKongress in Hamburg gefordert. «Rund 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche leben bundesweit mit alkoholkranken Eltern zusammen. Dazu kommen mindestens 40 000 Kinder von drogenkranken Eltern», sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes Drogen und Rauschmittel (fdr), Jost Leune, am Montag zum Auftakt des zweitägigen Kongresses. In Deutschland werden demnach jedes Jahr rund 2500 Kinder mit schweren alkoholbedingten Schäden geboren. Suchtkranke schwangere Frauen müssten besser betreut werden.
21.04.2008 (dpa) - - Nach einem Tuberkulose-Fall an der Fachhochschule (FH) Trier sind bereits 50 Studenten und Uni- Mitarbeiter auf eine mögliche Ansteckung getestet worden. "Bis jetzt war alles unauffällig", sagte der Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, Harald Michels, am Montag. Neben Hauttests zur ersten Untersuchung habe es bereits auch Röntgenaufnahmen gegeben. Bei einem großangelegten Test sollen an diesem Mittwoch rund 350 weitere Studenten an der FH untersucht werden, die mit der erkrankten Studentin Kontakt hatten. Die junge Frau aus Asien hatte von Dezember bis Februar Veranstaltungen der FH weiter besucht, obwohl sie an einer ansteckenden Tuberkulose litt.
11.04.2008 (dpa) - Zwei Forscher aus Gießen sind beim Pneumologenkongress in Lübeck für ihre experimentellen Arbeiten zur Behandlung des Lungenhochdrucks ausgezeichnet worden. Renate Paddenberg und Philipp Stieger erhielten am Donnerstag den mit 5000 Euro dotierten Preis der René Baumgart-Stiftung für den im Tierversuch geführten Nachweis, dass das Medikament Rapamycin bei Mäusen das Fortschreiten der Krankheit verhindern kann. Rapamycin hemmt die Zellteilung und wird unter anderem in der Krebstherapie verwendet. Lungenhochdruck ist eine seltene, unheilbare Erkrankung, die durch eine Verengung der Lungengefäße zu Herzversagen und damit zum Tod führt.
08.04.2008 (dpa) - Die Ernährung mit Soja-Produkten in hohen Konzentrationen kann Forschungen zufolge bei Menschen und Tieren negative Folgen haben. Verantwortlich dafür seien bestimmte hormonell wirkende Inhaltsstoffe, sogenannte Isoflavone, teilte das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf bei Rostock am Montag mit. Versuche an Schweinemuskel-Zellen mit einem in Dummerstorf entwickelten Verfahren hätten ergeben, dass hohe Isoflavon-Dosen die Zellen schädigen können, sagte FBN-Projektleiterin Charlotte Rehfeldt. Dagegen hätten niedrige Konzentrationen wachstumsfördernde Effekte. Die Versuche seien wegen vergleichbarer Stoffwechselwege auf Menschen übertragbar.
07.04.2008 (dpa) - Die Masern breiten sich in Baden- Württemberg immer mehr aus. Seit Jahresbeginn haben die Behörden bereits 107 Fälle der hochansteckenden Krankheit registriert, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag mitteilte. Seit einigen Tagen hat die Infektionskrankheit auch die Bodensee-Region erreicht, während der Schwerpunkt bisher im Landkreis Lörrach lag. Im Bodenseekreis und im Landkreis Konstanz wurden insgesamt drei Erkrankungen gemeldet. Im Nachbarland Schweiz gibt es gegenwärtig eine Masern-Epidemie.
Vergleichsweise viele Masern-Kranke hatte es in Baden-Württemberg zuletzt 2006 mit 134 gegeben.
26.03.2008 (dpa/lni) - Auf verblüffende Gemeinsamkeiten des menschlichen Gehirns mit dem Gehirn des rotbraunen Reismehlkäfers sind Wissenschaftler der Universität Göttingen gestoßen. Für 30 der 35 menschlichen Gene, die während der Entwicklung die Unterteilung des Gehirns steuern, gibt es eine Kopie beim Reismehlkäfer, stellte eine Forschergruppe um Juniorprofessor Gregor Bucher fest. Das Team hatte anhand der Genomsequenz die frühe Gehirnentwicklung des Käfers untersucht und mit der des Menschen verglichen. Die Forschungsergebnisse werden an diesem Donnerstag (27. März) in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlicht.
20.03.2008 (dpa/lni) - Für seine Verdienste um Menschen mit berufsbedingten Hauterkrankungen und Allergien hat der Dermatologe Swen Malte John den Hufeland-Preis 2007 erhalten. Der Hamburger Chefarzt und Professor an der Universität Osnabrück habe mit seinem «Osnabrücker Modell» ein wegweisendes Konzept entwickelt, durch das sich die Zahl der Erkrankungen in Risikoberufen erheblich gesenkt habe, hob die Deutsche Ärzteversicherung am Mittwoch in Köln hervor. Das Modell sieht unter anderem eine schnellere Überweisung zum Hautarzt vor. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis ging erstmals an einen Spezialisten für Hautkrankheiten. Der seit 1959 vergebene und nach dem deutschen Arzt und Gesundheitserzieher Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) benannte Preis hat sich die Förderung der Präventivmedizin zum Ziel gesetzt.
14.03.2008 (dpa/lrs) - In Bad Kreuznach und Bitburg sind bei Messungen des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamtes erhöhte Uranwerte im Trinkwasser festgestellt worden. Das geht aus einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Liste mit Messwerten hervor. Eine Gefahr für die Bevölkerung gibt es aber nach Einschätzung des Mainzer Umweltministeriums nicht. Ein Sprecher sagte, die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Werte seien nicht überschritten worden. Die oppositionelle CDU hatte dem SPD-geführten Umweltministerium zuvor eine «mangelhafte» Informationspolitik vorgeworfen. Diesen Vorwurf wies der Sprecher zurück.
14.03.2008 (dpa/lhe) - In der Frankfurter Paulskirche wurde heute der mit 100.000 Euro dotierte Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis verliehen. Die renommierte Auszeichnung erhält in diesem Jahr der in Großbritannien geborene und in den USA arbeitende Immunologe Tim R. Mosmann. Seine Arbeiten haben wesentlich zum Verständnis der Immunabwehr bei Infektionskrankheiten, Autoimmunkrankheiten und chronischen Entzündungen beigetragen, befand die Jury. Der Dresdner Diabetes-Spezialist Eckhard Lammert erhält den mit 60 000 Euro dotierten Nachwuchspreis. Der Paul
Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis gilt als eine der bedeutendsten deutschen Auszeichnungen für Mediziner.
13.03.2008 (MedCon) - Die EU-Kommission hat heute den mit 1,36 Millionen Euro dotierten Descartes-Preis für herausragende transnationale und kooperative Forschung an Listeria-Forschergruppen verliehen. Die Fördersumme wird unter drei Preisträgergruppen aufgeteilt. Ein Drittel des Geldes fließt in das Projekt "VIRLIS", in dem die Infektionsfähigkeit, die sogenannte Virulenz des bakteriellen Krankheitserregers Listeria monocytogenes untersucht wird. Neben namhaften französischen und spanischen Forschern sind an diesem Projekt auch deutsche Wissenschaftszentren beteiligt, unter anderem das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
(HZI) aus Braunschweig.
04.03.2008 (dpa/lhe) - Sieben Menschen sind im mittelhessischen Ehringshausen an der Infektionskrankheit Q-Fieber erkrankt. Die Diagnose sei durch Laboruntersuchungen in weiteren fünf Fällen bestätigt worden, sagte der Verwaltungsdirektor des Lahn-Dill- Kreises, Reinhard Strack-Schmalor, am Montag in Wetzlar. Die Wohnorte der Betroffenen lägen relativ eng beieinander. Für fünf weitere Menschen aus der 10.000-Einwohner-Gemeinde stünden die Untersuchungsergebnisse noch aus. Q-Fieber wird von Tieren - vor allem von Schafen - übertragen und verläuft bei Menschen wie eine schwere Grippe. Behandelt wird die bakterielle Infektion mit Antibiotika. Für die infizierten Tiere ist eine Infektion meist ungefährlich.
29.02.2008 (dpa) - Für den Schaltjahrtag 29. Februar wurde in diesem Jahr erstmals der "Europäische Tag der seltenen Krankheit" ausgerufen - da auch dieser ein seltener Tag ist. In Deutschland sind nach Schätzungen der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen mehr als 4 Millionen Menschen von insgesamt ungefähr 5000 seltenen Erkrankungen betroffen. Den mit 50000 Euro dotierten und erstmals vergebenen "Eva Luise Köhler Forschungspreis für seltene Erkrankungen" teilen sich zwei Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen. Professor Hans-Joachim Galla aus Münster und der Bonner Professor Volkmar Gieselmann nahmen die Auszeichnung am Freitag in Berlin von der Ehefrau des Bundespräsidenten Horst Köhler entgegen.
22.02.2008 (dpa/th) - Der neue Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Universität Jena wurde gestern besetzt. Dazu erhält der Privatdozent Jochen Gensichen seine Berufungsurkunde. Mit dem Lehrstuhl übernimmt er die Leitung des ebenfalls neuen Instituts für Allgemeinmedizin. Universität und Land hatten in der Vergangenheit immer wieder Versuche unternommen, einen solchen Lehrstuhl zu etablieren. Dies war jedoch an der Finanzierung gescheitert.
22.02.2008 (MedCon) - Neuer Leitlinienbeauftragter der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ist Prof. Joachim Mössner, Leipzig. Das neu geschaffene Amt besetzt die DGIM damit zum ersten Mal. Der Internist und Gastroenterologe sitzt auch der in diesem Zusammenhang neu gegründeten Kommission "Diagnostik - Therapie" der Fachgesellschaft vor. Die DGIM strebt dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Schwerpunkten der Inneren Medizin an.
21.02.2008 (dpa) - Für ihre Ideen zur Bekämpfung bösartiger Tumore haben die Mediziner Peter Friedl, Edward Geissler und Michael Stahl am Mittwoch in Berlin den Deutschen Krebspreis erhalten. Er ist mit jeweils 7500 Euro dotiert und wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, teilte die Deutsche Krebsgesellschaft mit. Friedl (Würzburg) erhielt die Auszeichnung für seine Entwicklung neuer bildgebender Verfahren bei der Untersuchung der Tumorausbreitung. Geissler (Regensburg) hat über Mechanismen geforscht, die Funktionen des Immunsystems unterdrücken können. Stahl (Essen) widmete sich der Behandlung von Speiseröhrenkrebs durch Bestrahlung, Chemotherapie und Operation.
21.02.2008 (dpa) - Zehntausenden Patienten mit Bandscheibenvorfall könnte nach Einschätzung von Fachleuten dank neuerer Therapien eine Operation erspart bleiben. Es werde oft zu voreilig operiert, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Prof. Joachim Grifka, am Mittwoch in Düsseldorf. "Durch alternative Methoden wie eine gezielte Schmerztherapie lässt sich eine Operation zu 80 Prozent verhindern." Die Vorteile einer gezielten Schmerztherapie seien, dass sie ambulant erfolgen könne und kein offener Eingriff nötig sei. Pro Jahr werden laut Grifka bundesweit rund 57.000 Patienten an den Bandscheiben operiert.
18.02.2008 (dpa/bb) - Eine Allianz aus
ökonomischen Klinikinteressen und Frauenängsten vor einer Geburt führt
nach Meinung des Berliner Geburtsmediziners Heribert Kentenich zu einer
Vielzahl von unnötigen Kaiserschnitten in deutschen Krankenhäusern. In
Deutschland liege die Kaiserschnittrate inzwischen bei fast 30 Prozent
und damit bis zu 20 Prozent höher als von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen,
kritisierte der Chefarzt der DRK-Kliniken Westend vor dem Beginn der
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische
Frauenheilkunde und Geburtshilfe (20.-23.2.) in Berlin.
12.02.2008 (MedCon/ms) - Zumindest bei Mäusen sind Tattoos richtig cool: Wenn die Nager mit einer farblosen Tinte DNA-Impfstoffe auf die Haut tätowiert bekommen, bilden sie bis zu 16-mal so viele Antikörper wie mit Spritze. Das berichtet das Heidelberger Krebsforschungszentrum im Fachmagazin "Genetic Vaccines and Therapy".
06.02.2008 (dpa) - Im Osten Deutschlands ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, höher als im Westen. Das geht aus einer europaweiten Statistik von Herztodesfällen durch die Berliner Charité hervor. Die Sterblichkeit durch Herzinfarkte und andere Durchblutungsstörungen des Herzens (ischaemische Herzkrankheiten) liegt demnach in Sachsen-Anhalt am höchsten. Dort sterben 220 von 100 000 Einwohnern an einem solchen Herzleiden. In Hamburg sind es mit 122 Herztodesfällen pro 100 000 Einwohner nur rund halb so viele.
05.02.2008 (dpa/lby) - Erlanger Forscher sind bei der Suche nach einem Krebs-Virus, das als Auslöser für eine der häufigsten Tumorerkrankungen gilt, einen wichtigen Schritt vorangekommen. Nach Angaben der Universität gelang es ihnen, die Proteinstruktur des Humanen Herpesvirus-8 in infizierten Zellen aufzuspüren. Das humane Herpesvirus-8 wird den Angaben zufolge mit der Entstehung eines Lymphdrüsen-Krebses und des Kaposi-Sarkoms in Verbindung gebracht. Das Kaposi-Sarkom ist der häufigste Tumor weltweit und tritt vor allem im Zusammenhang mit Aids auf.
31.01.2007 (dpa) - Dänische Samenspender für die künstliche Befruchtung von Frauen müssen ihre Einkünfte aus dieser Tätigkeit nicht versteuern. Wie der Chef der Cryos-Samenbank in Aarhus, Ole Schou, am Mittwoch bestätigte, hat Dänemarks Finanzministerium nach langem und zähen Ringen bestätigt, dass die Ablieferung von Spermien zur Aufbewahrung in der mit über 300 Spendern größten Samenbank der Welt nicht als einkommenssteuerpflichtige Arbeit, sondern weiter als steuerfreie «Transportvergütung» eingestuft wird.
25.01.2008 (MedCon/ms) - Wann wird aus einer leichten kognitiven Störung (LKS) eine Alzheimerdemenz? Ein Biomarker könnte Aufschluss geben: Findet sich im Nervenwasser des Wirbelkanals eine bestimmte Menge des Proteins p-tau 231, so entwickeln die Patienten mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit Alzheimer. Zu diesem Ergebnis kam eine Münchner Forschungsgruppe um Harald Hampel, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlichte.
23.01.2008 (MedCon) - Einige Diabetesmittel stehen im Verdacht, ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche zu bedingen. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer gestrigen Ausgabe. Kalifornische Forscher haben demzufolge herausgefunden, dass ein genregulatorisches Protein, das die Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin verbessert, auch Osteoblasten negativ beeinflusst.
NEW YORK (Reuters) - US-amerikanischen Forschern ist es gelungen, zwei neue Genorte auf den Chromosomen 8 und 16 zu finden. Sie stehen im Verdacht, die Anfälligkeit für Lupus erythematosus zu beeinflussen, hieß es in einem Aufsatz der Fachzeitschrift The New England Journal of Medcine. Eine ähnliche Studie in der selben Zeitung hatte über die Identifikation von weiteren Varianten auf den Chromosomen 11, 3 und 1 berichtet, die die Anfälligkeit für Lupus erythematosus mit bedingen. Viele dieser in beiden Studien entdeckten Varianten scheinen sich auf Gene auszuwirken, die für verschiedene Immunfunktionen verantwortlich sind.
21.01.2008 (MedCon/nb) - Kanadische Forscher haben in einem Versuch an Mäusen jetzt erstmals nachgewiesen, dass Luftverschmutzung zu einer Mutation der Spermien führt. Die Wissenschaftler veröffentlichten jetzt das Ergebnis der vom kanadischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie in der Zeitschrift "Proceedings" (PNAS). Inwieweit die Daten auf den Menschen übertragbar sind, ist noch unklar.
15.01.2008 (MedCon/ms) - Aromastoffe aus Orangensaft und Reis, die auch im menschlichen Schweiß zu finden sind, können menschliche Sexuallockstoff-Rezeptoren aktivieren. Zu diesem Ergebnis kam ein Forscherteam um Dietmar Krautwurst vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Die Wissenschaftler identifizierten mit einem speziellen Zellkultursystem 19 Duftstoffe, die an die Rezeptoren binden und sie so aktivieren.
14.01.2007 (dpa) - Kinder unter drei Jahren sollten nach einer Empfehlung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung überhaupt nicht fernsehen oder Computer spielen. Um einen übermäßigen TV- und PC-Konsum zu vermeiden, müssten Eltern klare Regeln aufstellen, betonte die Zentrale am Freitag in Köln. Dazu gehöre, dass eine TV- und Computernutzung erst mit drei Jahren beginne und maximal eine halbe Stunde pro Tag für Kinder bis fünf Jahre dauern dürfe. Bei Grundschulkindern sei eine Stunde täglich akzeptabel.
11.01.2008 (dpa) - Immer mehr dänische Kindergärtner tragen Gehörschutz bei der Arbeit. Wie die Kopenhagener Zeitung "Politiken" berichtet, melden die Hersteller von Schutzeinrichtungen gegen Lärm "täglich neue Bestellungen" aus Kinderkrippen und Kindergärten. Dabei würden speziell entwickelte Geräte geliefert, mit denen die für Kinder typischen Geräuschfrequenzen beim Schreien oder Weinen mit hohen Tönen herausgefiltert werden. Gewerkschaftsvertreter begründeten den Einsatz von Gehörschutz neben der Vermeidung chronischer Hörschäden auch damit, dass "die Pädagogen weniger gereizt sind". Nach einer landesweiten Untersuchung gibt es in Dänemark keine andere Berufsgruppe, die so stark unter Lärmbelästigung leidet wie das Personal bei der Kinderbetreuung.
11.01.2008 (dpa/lhe) - Laserdrucker und Fotokopierer sind nach einer Studie der Universität Gießen keine Hauptverursacher von Atemwegproblemen und anderen Bürokrankheiten. Es gebe allerdings wenige, besonders empfindliche Menschen, die auf das Partikelgemisch in der Abluft der Geräte mit gesundheitlichen Problemen reagierten, so das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Die zuvor verdächtigten Tonerpartikel seien aber offensichtlich nicht der Grund. Die Forscher maßen in 63 Büroräumen die Raumluft und untersuchten 69 Menschen, die dort arbeiteten. Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Tonergeschädigten leiden rund 1700 Büromitarbeiter in Deutschland unter gesundheitlichen Problemen.
11.01.2008 (MedCon) - Seit dem 1. Januar 2008 ist das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg eine Stiftung öffentlichen Rechts. Mit dem Rechtsformwechsel von der städtischen Dienststelle zur Stiftung gehen größere wirtschaftliche Freiheiten und ein Wechsel der Leitung einher. Ab sofort wird das BNI also nicht mehr von einem Direktor, sondern von einem Stiftungsvorstand aus drei Wissenschaftlern und dem kaufmännischen Geschäftsführer geleitet. Das Institut müsse wachsen, da auf vielen neuen Feldern seine Expertise gefragt sei, sagte Vorstandsvorsitzender Rolf Horstmann.
11.01.2008 (dpa/bb) - Für seine Forschungen zu biochemischen Prozessen im Zellinneren wird der Münchner Chemie-Professor Thomas Carell Ende Januar in Berlin den mit 50.000 Euro dotierten Otto-Bayer-Preis erhalten. Die Auszeichnung werde ihm für seine "herausragenden Arbeiten zum Elektronentransfer in der DNA und seinen bedeutenden Beitrag zum Verständnis von DNA-Reperaturprozessen" überreicht, wie die Bayer Science & Education Foundation mitteilte. Die Aufklärung dieser Prozesse eröffne neue Möglichkeiten wie beispielsweise für die Krebstherapie.
08.01.2008 (MedCon/ms) - Ansteckende Viren binden an Zuckermoleküle, die vor allem auf den Zellen der oberen Atemwege sitzen. Das berichten US-Biologen im Magazin "Nature Biotechnology". Das Vogelgrippevirus H5N1 besitzt jedoch keine Andockstellen für diese Moleküle. Bekäme es diese durch eine Mutation, wäre es so infektiös wie Erkältungsviren. Die Forscher hoffen, aufgrund der neuen Erkenntnisse solche Mutationen schnell aufspüren zu können.
31.12.2007 (MedCon/ms) - Dr. Hubertus Erlen, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer Schering Pharma AG, wurde von der Mitgliederversammlung der Robert-Koch-Stiftung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Erlen tritt sein Amt am 1. Januar 2008 an und wird damit Nachfolger von Dr. Giuseppe Vita, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Axel Springer AG, der den Vorsitz fünf Jahre inne hatte. Der jährlich von der Stiftung verliehene Robert-Koch-Preis zählt zu den höchstrangigen wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland.
21.12.2007 (dpa) - In Deutschlands modernstem Hochsicherheitslabor für die Virusforschung darf ab sofort gearbeitet werden. Das Gentechnikdezernat des Regierungspräsidiums Gießen erteilte nach Angaben vom Donnerstag die Zustimmung zur Aufnahme der Forschungen in Marburg. Dort dürfen unter höchster Sicherheitsstufe vier erstmals auch gentechnisch veränderte hochgefährliche Erreger wie Ebola-, Lassa- und Marburg- Viren erforscht werden.
13.12.2007 (MedCon/ms) - Laut einer aktuellen Studie hat sich das Erbgut des Homo sapiens in den vergangenen 5000 Jahren bis zu 100-mal stärker verändert als in der Zeit davor. Anhand der Daten des "HapMap Project" konnten die Forscher zeigen, dass sich mindestens sieben Prozent der Gene für bestimmte Merkmale innerhalb der letzten 5000 Jahre verändert haben müssen. Diese Mutationen stehen nach Ansicht der Wissenschaftler im Zusammenhang mit der Zivilisation. Damit widersprechen sie der verbreiteten Ansicht, der medizinische und technische Fortschritt verlangsame die Evolution.
11.12.2007 (MedCon/mf) - Das Völckchen im Norden Deutschlands hält einen merkwürdigen Weltrekord: Neben einem Indianerstamm in Amerika treten in Vorpommern die Meisten Gallensteinen im Verhältnis Einwohnerzahl zur Wohnfläche auf. Doch dies ist nicht das einzige Gesundheitsproblem der Vorpommerer. Die Gesundheitsstudie "Study of Health in Pomerania (SHIP)" bescheinigt den Vorpommerern ein insgesamt ungesundes Leben (hohe Diabetesrate, viele Bluthochdruckpatienten, starke Übergewichtigkeit) und Schuld am Dilemma der Pommern ist der Schnaps.
26.11.2007 (dpa) - Allen Aufklärungsbemühungen zum Trotz steigt die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland weiter: Im laufenden Jahr haben sich nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 3000 Menschen neu mit dem Aidserreger infiziert, das sind fünf Prozent mehr als 2006. "Bei Aids gibt es keine Sicherheit", sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Montag in Berlin zum Weltaidstag am 1. Dezember. Aufklärung, Schutz und Verantwortung für sich selber und andere müssten weiter höchste Priorität haben.
22.11.2007 (dpa) - Bestimmte Genveränderungen erhöhen das Risiko, zum Raucher zu werden. Sie lassen Menschen leichter und früher zur Zigarette greifen, wie Forscher der Universitäten Bonn und Heidelberg zusammen mit US-Kollegen der Harvard Medical School beobachtet haben.
Auf 50 bis 75 Prozent schätzten Forscher den Einfluss des Erbguts, berichtete die Universität Bonn am Mittwoch. Den Rest machten Umweltbedingungen wie Stress oder Negativ-Vorbilder aus.
29.10.2007 (MedCon/ms) - Prof. Joachim Herz von der Universität Texas in Dallas/USA erhält den diesjährigen Heinrich-Wieland-Preis für seine Forschungen zu Lipoproteinrezeptoren. Herz entdeckte den Rezeptor LRP1 aus der Gruppe der LDL-Rezeptor-verwandten Proteine (LRPs). LRP1 spielt bei der Aufnahme von Lipiden aus der Nahrung eine wichtige Rolle. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird von Boehringer Ingelheim gestiftet und von einem unabhängigen Kuratorium verliehen.
25.11.2007 (dpa) - Die Welt ist nach Einschätzung der Vereinten Nationennoch nicht ausreichend gegen eine weltweite Grippe-Epidemie gerüstet. Die Abwehr einer solchen Pandemie, die etwa durch ein mutiertes Vogelgrippevirus ausgelöst werden könnte, brauche noch bis zu drei Jahre Vorbereitungszeit, sagte der UN-Koordinator für Vogelgrippe und Influenza, David Nabarro, am Mittwoch in Genf. "Es bedarf noch harter Arbeit", betonte er. Vom 4. bis 6. November wird sich eine internationale Ministerkonferenz in Neu Delhi mit diesem Thema befassen.
24.11.2007 (dpa) - Der Anteil der Raucher unter den 12- bis 17- Jährigen ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Binnen sechs Jahren ging er von 28 auf 18 Prozent zurück, wie die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, am Dienstag in Berlin mitteilte. In der Umfrage vom Frühjahr gaben zudem 57 Prozent an, nie zu rauchen.
17.10.2007 (MedCon/ms) - In den Niederlanden verbreitet sich in Schweineställen der vielfach resistente Bakterienstamm MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) ST398. Das berichtet das Magazin Focus. Es werden vermehrt Fälle bekannt, dass der Erreger auf Menschen überspringt, die mit den Tieren Kontakt haben. Experten befürchten, dass der Keim die Krankenhäuser erreicht. Bisher ist MSRA, gegen den kaum noch ein Antibiotikum wirkt, anders als in Deutschland in den niederländischen Krankenhäusern noch kein Problem.
16.10.2007 - Thalidomid, der Wirkstoff aus Contergan, hilft laut einer groß angelegten Studie im Fachmagazin "The Lancet" bei einer bestimmten Form von Blutkrebs: In Kombination mit der Standardtherapie aus Melphalan und Prednison steigerte es die Gesamtüberlebenszeit bei neu diagnostiziertem Myelom um 18,4 Monate. Untersucht wurden 447 Patienten im alter von 65 bis 75 Jahren, bei denen eine Knochenmarkstransplantation nicht infrage kam.
25.09.2007 (MedCon) - Studien an der Universität Düsseldorf belegen, dass das "erdrückende Gefühl, vom Chef für die geleistete Arbeit nicht geschätzt zu werden", so der Medizinsoziologe Prof. Johannes Siegrist, das Herzinfarktrisiko und die Zahl der Krankheitstage erhöhen. Wie das Magazin Focus berichtet, fand Siegrist dies gemeinsam mit finnischen und britischen Wissenschaftlern heraus. Jedoch würden immer mehr Unternehmen erkennen, "dass Wertschätzung der Mitarbeiter auch höhere Wertschöpfung bedeutet", so Siegrist.
18.09.2007 (dpa/lby) - Die Lebenserwartung in Deutschland steigt weiter an, wie Experten anlässlich des Kongresses "Medizin und Gesellschaft" in Augsburg berichteten. Der Medizinsoziologe Andreas Mielck schränkte dies jedoch ein: Dies gelte nur für Reiche. Arme in Deutschland stürben früher und seien medizinisch schlechter versorgt. Mielck nannte dafür aber keine exakten Zahlen.
12.09.2007 (dpa) - Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz hat vor stark nach Teer riechenden Produkten aus Kunststoff oder Gummi gewarnt. Bei Untersuchungen seien in Schuhen, Gummigriffen und anderen Gegenständen teilweise sehr hohe Gehalte an krebserregenden Stoffen nachgewiesen worden. Es hatte 47 Produkte auf Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Bei elf Proben sei der Orientierungswert überschritten gewesen. Das Problem: «Für Bedarfsgegenstände gibt es keinen rechtlich verbindlichen Grenzwert», erklärte das Amt.
31.07.2007 (MedCon) - In Rostock wird vom kommenden Wintersemester an der landesweit erste Lehrstuhl für Allgemeinmedizin besetzt. Damit wollen die Universität und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) einen neuen Weg gehen, um der zunehmenden Knappheit an Allgemeinärzten zu begegnen, teilte die Universitätsklinik am Freitag mit. Im Anschluss an das Studium, werde den Absolventen ein Kassenarztsitz auf dem Land angeboten.
12.07.2007 - (MedCon/ms) Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Trichineninfektionen durch den Verzehr von Rohwurst in osteuropäischen Ländern. Kürzlich erkrankten mehr als 170 Personen in der polnischen Urlaubsregion Westpommern an Trichinellose. Ursache sind wahrscheinlich lokal verkaufte Rohwürste, die mit den Fadenwurmlarven kontaminiert waren. Osteuropa-Besucher sollten solche Produkte meiden, rät das BfR.
11.07.2007 (MedCon) - Eine ehrenamtliche Initiative von Studenten der Universität Witten/Herdecke ist für ihren Einsatz im Kampf gegen die Ausbreitung von AIDS in der Ukraine ausgezeichnet worden. Bereits seit Jahren arbeiteten die Studenten in dem Land mit Jugendlichen an Projekten zur AIDS-Vorbeugung. Die Ukraine ist laut Hochschule das erste europäische Land, in dem mehr als ein Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert sind. Betroffen sind vor allem Jüngere.