Weltweit erste Brustteilung zur einzeitigen Rekonstruktion nach Mastektomie

Der Chirurg Dr. Darius Dian (Foto: privat)
Der Chirurg Dr. Darius Dian (Foto: privat)

02.12.2008 – MÜNCHEN (MedCon/ur) – Dr. Darius Dian von der Universitäts-Frauenklinik München gelang es erstmals, in einem Operationsschritt nach einer Mastektomie die verbleibende Brust zu teilen und auf die andere Seite zu verpflanzen. Damit lassen sich Hebedefekte oder das Einpflanzen eines Fremdkörpers vermeiden.

In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 15.000 Frauen an Brustkrebs. Bei rund 30 Prozent der Betroffenen muss eine Brust entfernt werden. Ein solcher Eingriff verändert nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern hat mitunter Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeit. Mit Rücksicht auf die Lebensqualität der Patientin ist eine Brustrekonstruktion daher ein wichtiger Teil der Therapie, in der psychische und ästhetische Gesichtspunkte neben den onkologischen Aspekten angemessen berücksichtigt werden sollten.

Brustrekonstruktionen werden autolog, also mit körpereigenem Gewebe, oder heterolog, mittels Implantaten, durchgeführt. Somit entsteht entweder ein Hebedefekt oder ein Fremdkörper wird eingesetzt. Beide sind Nachteile, die sich bis dato nicht verhindern lassen. Durch die Verwendung von Gewebe der noch verbliebenen (kontralateralen) Brust wäre beides vermeidbar.

An der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Ludwig-Maximilians-Universität München, Campus Innenstadt, ist dies nun weltweit erstmalig vor wenigen Tagen erfolgreich realisiert worden. "Bei einer 67-jährigen Patientin musste im Rahmen der Mammakarzinom-Operation die rechte Brust komplett entfernt werden", sagt Dr. Darius Dian, leitender Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik in der Maistraße, der die Operation durchgeführt hat. "Durch die Teilung der bestehenden linken Brust und den Transfer auf die andere Seite haben wir bei dieser Patientin erfolgreich eine Brustrekonstruktion in einem Operationsschritt durchgeführt." Dies setzt natürlich ausreichend vorhandenes Brustgewebe voraus.

Die erzielten Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend hinsichtlich des Genesungsverlaufs und der Ästhetik. "Zugleich konnten wir den Nachweis erbringen, dass die neue Operationstechnik funktioniert", erklärt Prof. Klaus Friese, Direktor der zum Klinikum der Universität München (LMU) gehörenden Frauenkliniken in der Innenstadt und Großhadern. "Das Mammasplitting ist eine neue und vielversprechende Methode der Eigengewebsrekonstruktion, ohne Hebedefekt oder Implantateinlage." In weiteren Anwendungen bei einem größeren Patientinnenkollektiv sollen nun die wissenschaftlichen Daten gesammelt und ausgewertet werden.

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