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– KÖLN (MedCon) – Brüssel ist das Warten zu lang geworden. Bereits im Januar diesen Jahres schickte sie eine sogenannte "Letter of Formal Notice" nach Berlin. Nun will die EU-Kommission eine Gesetzesänderung zum Fremd- und Mehrbesitzverbot von der Bundesregierung erzwingen.
Berlin hat nun eine Gnadenfrist von zwei Monaten, gab die Kommission gestern bekannt. Ansonsten folgt eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Mit dieser Methode hatte die Kommission auch schon erreicht, dass das deutsche Vergaberecht bei Rabattverträgen für Arzneimittel in ein hartes Vergaberecht geändert wurde. Brüssel möchte den Passus des deutschen Gesetzes ändern, der nur Apotheken oder ausschließlich aus Apotheken bestehende Partnergemeinschaften erlaubt, Apotheken zu besitzen (Fremdbesitzverbot). Auch das Mehrbesitzverbot möchte Brüssel am liebsten kippen, um einen freien Wettbewerb zu schaffen. Damit wäre der Einstieg für Apothekenketten in den deutschen Markt möglich. Momentan ist nach deutscher Gesetzeslage nur der Besitz von einer Hauptapotheke und drei Filialapotheken erlaubt.
Die deutschen Vorschriften werden vor dem EuGH verhandelt - nur eben andersherum: Vier deutsche Apotheker klagen gegen eine Marktöffnung für Apothekenketten. Im vorliegenden Fall beschäftigt sich der EuGH speziell mit einer Apotheke in Saarbrücken. Die Filiale wird von der Internet-Versandapotheke DocMorris aus den Niederlanden betrieben. Die Kläger, die Apothekerkammer des Saarlands und der Deutsche Apothekerverband meinen, dass DocMorris gegen das umstrittene Fremd- und Mehrbesitzverbot verstößt. Zu einem Urteil wird es wohl nicht mehr in diesem Jahr kommen. Sollte Berlin nicht reagieren, könnte es passieren, dass beide kontroversen Fälle vor dem EuGH nahezu parallel verhandelt werden.
OLDENBURG (MedCon/ms) - Das Oberlandesgericht Oldenburg hat entschieden, dass Apotheken in der Adventszeit günstige Weihnachtsartikel bewerben und verkaufen dürfen. Die Richter sahen darin keinen Wettbewerbsverstoß und hoben damit eine Entscheidung aus erster Instanz auf. Die Begründung: Der Verkauf habe nicht der Umsatzsteigerung, sondern der Verbreitung vorweihnachtlicher Stimmung gedient.
26.02.2008 (MedCon/ms) - Ein weiteres Anzeichen für den erstarkenden Direktvertrieb? Der niederländische Pharmagrossist OPG verleibt sich für 132 Millionen Euro den Arznei- und Medizinbedarfversorger Byram Healthcare ein. Byram gehört zu den größten US-amerikanischen Direktlieferanten, die unmittelbar den Patienten versorgen. OPG tritt damit erstmals in den US-Markt ein und stärkt seine Position im Direktversorgergeschäft.
24.01.2008 (MedCon/ms) - Eine "international" genannte Apotheke muss nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichten keine Arzneimittel aus aller Welt führen. Damit hob das Gericht ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster gegen die "Rathaus-Apotheke" in Hagen auf. Diese bietet nach eigenen Angaben Beratung in 16 Sprachen, ausländische Arzneibücher und einen Importservice an. Geklagt hatte die Apothekerkammer Westfalen-Lippe.
22.11.2007 (MedCon/ms) - Der Pharmahersteller Eli Lilly hat für sein Schizophrenie-Medikament
Zyprexa (Olanzapin) Rabattverträge mit einigen AOK und der Deutschen
BKK geschlossen. Mit den Rabattverträgen über will der
Hersteller Generikaherstellern zuvorkommen. Im Juni hatte das Bundespatentamt Lilly das Patent
für das Mittel entzogen.
19.10.2007 - Wie die ungarische Tageszeitung Népszabadság (sprich: Nepschobodsag, dt.: "Freiheit des Volkes") berichtet, will die deutsche Drogeriemarktkette dm demnächst in Ungarn OTC-Arzneimittel verkaufen. Das Blatt zitiert dm-Manager Wolfgang Strasser mit der Aussage, dm wolle bis zum Jahresende in allen 203 ungarischen Filialen diese frei verkäuflichen Medikamente anbieten.
28.09.2007 (dpa) - Der Deutsche Apothekertag hat eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent gefordert. Eine ermäßigte Mehrwertsteuer auf Medikamente würde das Gesundheitssystem um 2,5 Milliarden Euro pro Jahr entlasten, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Donnerstag in Düsseldorf mit. In Ländern wie Frankreich, Italien oder Polen gelte für Arzneimittel bereits ein deutlich geringerer Mehrwertsteuersatz als der sonst landesübliche. Die "Düsseldorfer Erklärung" werde von Apothekern, Arzneimittelherstellern, Ärzten Krankenkassen und Patientenverbänden gleichermaßen unterstützt.
26.09.2007 (MedCon/ms) - Die Apothekeneinkaufsgenossenschaft Apeg will nach Informationen des Branchendienstes "apotheke adhoc" ihr Liefergebiet nach Norden erweitern. Ab Oktober sollen rund 50 Apotheken in Hamburg und Bremen für das Einkaufsprogramm gewonnen werden. Zurzeit sind etwa 150 Apotheken Kunden von Apeg.
25.09.2007 (MedCon/ms) - Unter dem Namen "farma-plus-Apotheke" hat der Münchener Unternehmensberater Horst Tiedtke ein großhandelsunabhängiges Konzept für Discount-Apotheken entwickelt. Durch einen "optimierten Einkauf" und den "Verzicht auf Zugaben und aufwändige Schaufenstergestaltung" sollen günstige Preise realisiert werden. Alle farma-plus-Apotheken werden nach DIN ISO zertifiziert. Die bisher fünf teilnehmenden Apotheken haben ihre Kundenzahl "mehr als verdoppelt", so Tiedtke.
24.09.2007 (MedCon/ms) - Die Stiftung Deutsches Gesundheitstelefon startet am 27. September auf der Messe Expopharm die erste gebührenfreie und bundesweite Apotheken-Notdienst-Hotline. Unter 11 8 99 erfährt der Anrufer dann die nächste dienstbereite Apotheke, für 50 Cent kann er sich mit ihr verbinden lassen.
21.09.2007 (MedCon) - Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker informiert in Abstimmung mit der zuständigen Überwachungsbehörde über einen Rückruf des Herstellers biomo pharma GmbH. Betroffen sind wegen Untermischung mit Losartan Tabletten in unbekanntem Umfange beim Lohnhersteller Omeprazol-biomo 40 mg Kapseln in den Packungsgrößen 15, 30, 50, 60, und 100 Hartkapseln folgender Chargen: LC00 -398, -402, -404, -411, -412, -464, -465, -483, -491, -517, -519, -528. Alle öffentlichen Apotheken sind aufgefordert, die entsprechenden Packungen in Quarantäne zu nehmen.
31.08.2007 (MedCon/ms) - Wie das US-amerikanische Markenschutz- Unternehmen MarkMonitor berichtet, verkauft die Mehrzahl der Online- Medikamentenanbieter zweifelhafte Produkte, missbraucht bekannte Marken und gefährdet die Verbraucherdaten. Bei zehn Prozent der 3160 untersuchten Anbieter wäre zur Ausgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel nicht einmal ein Rezept verlangt worden. In Deutschland sind allerdings nur zwei Prozent dieser Shops basiert.
31.07.2007 (MedCon) - Die Versandapotheke Sanicare aus Bad Laer bei Osnabrück wächst stetig weiter. Der Umsatz habe sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 um 76 Millionen Euro auf 356 Millionen Euro gesteigert. Dabei habe sich der Versandapothekenumsatz von 80 auf 125 Millionen Euro erhöht. Die Zahl der Mitarbeiter sei von 500 auf 662 angewachsen. Sanicare ist nach eigenen Angaben der größte Arzneimittelversender Deutschlands.