– WUPPERTAL (MedCon/sw) – Scharfe Reaktionen hat ein Brief des Hartmannbund-Vorsitzenden an die Bundesgesundheitsministerin bei der Barmer hervorgerufen. Dr. Kuno Winn, hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt darin aufgefordert, zu den Verlusten gesetzlicher Krankenversicherungen in der Finanzkrise Stellung zu nehmen (wir berichteten).
"Offenbar hat die Pressestelle des Hartmannbundes wesentliche Entwicklungen verschlafen", kontert der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Johannes Vöcking. Hintergrund ist die Finanzkrise und die Geldinvestitionen verschiedener Krankenkassen wie der Barmer beim bankrotten Geldinstitut Lehmann. Längst hatte jedoch das Bundesversicherungsamt bestätigt, dass es keine Verluste geben wird.
Winn forderte aber auch eine größere Transparenz: "Die Krankenkassen verwalten ihre Versichertengelder lediglich treuhänderisch", meinte Winn, "daher haben die Bürger einen Anspruch zu erfahren, wie der Umgang mit ihren Beiträgen erfolgt."
Vöcking bezeichnete das Vorgehen des Hartmannbundes als "böswillig". Der Ärzteverband versuche durch Falschinterpretation die Bürger aufzuwiegeln. Geradezu beleidigend liest sich das Statement von der Barmer streckenweise. Der Ton ist scharf. Vöcking sieht in dem Vorgehen, direkt einen Brief an das Bundesministerium zu schicken, als Angriff auf die Gesprächskultur. "Vielleicht müssen einige Hartmannbund-Akteure krank geschrieben werden, wenn sie dem wahren Geschehen nicht mehr folgen können."
MÜNCHEN (MedCon) - Im Honorarstreit der Ärzte erhalten die
Versicherten der AOK Bayern entgegen früheren Ankündigungen von Facharztverbänden weiterhin ihre Behandlung ohne Vorkasse. Die
bayerischen Fachärzte wollen AOK-Versicherte zunächst weiterhin nach
den üblichen Regeln gegen Vorlage der Chipkarte behandeln, heißt es in einer Erklärung von neun Berufsverbänden. Mehrere Facharztverbände hatten zuvor angedroht, die Patienten ab
2009 nur noch gegen Vorkasse zu versorgen. Hintergrund ist der
Honorarvertrag der AOK Bayern mit dem Bayerischen Hausärzteverband. (dpa/lby)
HILDESHEIM (dpa) - Ein 60 Jahre alter Facharzt soll einen Schaden von rund 2,8 Millionen Euro verursacht haben. Der Internist aus der Region Hannover muss sich wegen Betrugs in 31 besonders schweren Fällen nun vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Laut Anklage soll er privat über seine Verhältnisse gelebt und sich auch beruflich in immer gewagtere, nicht finanzierbare Projekte gesteigert haben. Anderen Ärzten, die ihn in seiner Praxis vertreten hatten, blieb er das Honorar schuldig. Um die finanziellen Löcher zu stopfen, habe er Kreditverträge abgeschlossen, die er nicht zahlen konnte.
ROSTOCK(MedCon) - Die Kassenärztlichen Vereinigung und Krankenhausgesellschaft sowie Ärztekammer von Mecklenburg-Vorpommern werben vor Medizinstudenten der Rostocker Uni für eine allgemeinmedizinische Ausbildung unter dem Motto "Allgemeinmedizin - Berufsfeld mit Zukunft". Durch das Vertragsärzteänderungsgesetz gibt es eine Reihe neuer Möglichkeiten für Berufsanfänger. Praxisinhaber könnten zum Beispiel Ärzte einstellen oder eine Zweigstelle eröffnen. Auch Teilzulassungen und überörtliche Versorgungsgemeinschaften sind mittlerweile möglich.
BERLIN (MedCon) - Der NAV-Virchow-Bund bietet den fast 400 Ärztenetzen in Deutschland eine Kommunikations- und Informationsplattform. Auf der Internetseite www.deutsche-aerztenetze.de besteht für interessierte Ärzte und Betreiber von Ärztenetzen die Möglichkeit, sich über Gründung und Betrieb von Netzverbünden zu informieren. Neben aktuellen Nachrichten und Veranstaltungen aus den Netzen bietet die Homepage fachliche Informationen zu Netzgründung und Netzbetrieb. Für Netzverantwortliche besteht in einem geschlossenen Benutzerkreis die Möglichkeit von umfangreichem Austausch und exklusiver Information. Doch auch für die Öffentlichkeit ist die Homepage erster Anlaufpunkt, um sich über ärztliche Netze, Verbünde im Gesundheitswesen oder Kooperationsmöglichkeiten zu informieren. Weiteres zentrales Element ist eine Datenbank mit den Adressen und Verantwortlichen nahezu aller Ärztenetze Deutschlands.
01.04.2008 (MedCon/ms) - Der Bundesverband der Medizintechnologie BVMed informiert in seinem Informazionsservice "MedTech ambulant" über die Erstattungsmöglichkeiten von Medizinprodukten in der GKV. Dabei geht es um die Themen Praxisbedarf (EBM-Ziffer), leistungsbezogene Sachkostenpauschalen (EBM/Kapitel 40), gesonderte Sachkostenabrechnung, Sprechstundenbedarf und patientenbezogene Verordnungen (Einzelverordnungen, für Hilfsmittel, Verbandsmittel etc.). Der Newsletter ist erhältlich unter www.bvmed.de
(Publikationen - MedTech ambulant).
22.02.2008 (dpa/lby) - Im Streit um einen Ausstieg der bayerischen Hausärzte aus dem System der gesetzlichen Krankenkassen hat Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) die Einsetzung eines Expertengremiums angekündigt. Das Gremium soll die Situation der praktischen Ärzte verbessern. Die Runde unter der Leitung des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Steiner soll Anfang März zur ersten Sitzung zusammenkommen. Der bayerische Hausärzte-Chef Wolfgang Hoppenthaller sieht darin genauso wenig Sinn wie die SPD- Landtagsfraktion und die Grünen.
07.02.2007 (dpa) - Auch ein Pathologe muss Notdienste bei der Kassenärztlichen Vereinigung machen. Das Bundessozialgericht in Kassel hat am Mittwoch die Beschwerde eines 64 Jahre alten Facharztes gegen die Notdienstpflicht abgewiesen. Der Mann hatte argumentiert, er arbeite seit mehr als 30 Jahren ausschließlich in der Pathologie ohne Patientenkontakt und sei deshalb für den Notfalldienst ungeeignet. Die Bundesrichter verwiesen jedoch auf die Dienstpflicht: Solange ein Mediziner in einer vertragsärztlichen Praxis beschäftigt sei, müsse er auch die entsprechenden Pflichten übernehmen. Alter, Spezialisierung und selbst gesundheitliche Einschränkungen widersprächen dem nicht (Az: B 6 KA 13/06 R).
31.01.2008 (dpa/sn) - Die Ärzte machen gegen eine vorgezogene Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Sachsen mobil. Die Anfrage des Bundesgesundheitsministeriums, wonach die umstrittene Chip-Karte im Freistaat deutlich früher als in anderen Bundesländern eingeführt werden soll, müsse zurückgewiesen werden, forderten am Mittwoch die Landesärztekammer, die Landeszahnärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen. Am 5. Februar entscheidet die Arbeitsgemeinschaft SaxMediCard, in der neben den Ärzten das sächsische Sozialministerium und die Krankenkassen vertreten sind, über die Anfrage aus Berlin.
30.01.2008 (dpa/lrs) - Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat gegen einen Arzt aus Mainz Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56-Jährigen vor, auf die Beschwerden eines Heimbewohners im nordpfälzischen Rockenhausen nicht richtig reagiert zu haben, wie sie am Dienstag mitteilte. Der 72 Jahre alte Mann hatte am Morgen des 20. Januar 2007 über akute Atembeschwerden geklagt. Der Arzt, der an diesem Tag in dem Ort Bereitschaftsdienst hatte, ordnete lediglich telefonisch die Gabe eines Medikamentes an. Der 72-Jährige starb noch am Abend des gleichen Tages: Wie sich herausstellte, hatte er bereits am Morgen an einer Lungenembolie gelitten.
23.01.2007 (dpa/th) - 33 österreichische Ärzte sind in den vergangenen beiden Jahren zur Arbeit in das unter Medizinermangel leidende Thüringen gekommen. In Österreich gebe es einen Ärzteüberschuss, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Christoph Gehrmann. Der Import von Medizinern aus der Alpenrepublik, wo über Bedarf Ärzte ausgebildet würden, solle ausgebaut werden. Voraussichtlich im Frühjahr wolle das Ministerium dazu ein sogenanntes Freundschaftsabkommen mit der österreichischen Ärztekammer abschließen.
11.01.2008 (MedCon/ube) - Mit heftiger Kritik hat der Deutsche Hausärzteverband auf die Kündigung des Gesamtvertrages der AOK Bayern für die ambulante Versorgung im Freistaat reagiert. "Die AOK Bayern gefährdet durch die Kündigung des Gesamtvertrages und der Strukturverträge für die ambulante Versorgung insbesondere die hausärztliche Versorgung ihrer Versicherten", griff der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, die Kasse an. Trotz aller Kritik an der AOK bietet der Deutsche Hausärzteverband sich der Krankenkasse als neuer Vertragspartner an. "Die Hausärzte Deutschlands sind bereit, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, um ihren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen", betonte Weigeldt. "Ich kann der AOK Bayern nur empfehlen, diesen Weg mit uns gemeinsam zu gehen."
10.01.2008 (MedCon/idw) - Das DIMDI hat die Version 2008 der Alpha-ID veröffentlicht. Diese Identifikationsnummer für Diagnosen spezifiziert als fortlaufende Nummer die Einträge des Alphabetischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Damit können die Kodes beim elektronischen Datenaustausch zur Dokumentation, Auswertung und Übermittlung von Diagnosen eingesetzt werden. Beispielsweise sind in der Alpha-ID Version 2008 neue Begriffe zu Arzneimittelallergien enthalten, mit denen diese nun präzise kodiert und statistisch ausgewertet werden können.
11.12.2007 (MedCon/mf) - Die Bayrische Landesärztekammer (BLÄK) hatte zur Wahl der Delegiertenversammlung aufgerufen. Nun steht das Ergebnis der Wahl fest. Am 29. November startete die Wahl und endete am 7. Dezember. Nach einem "Auszählungsmarathon", so die BLÄK, konnte der Wahlausschuss nun das Endergebnis bekanntgeben. Die Delegiertenversammlung der BLÄK besteht aus insgesamt 180 Mitgliedern. Die Delegierten zur Bayrischen Landesärztekammer werden für eine Amtsperiode von fünf Jahren gewählt.
23.11.2007 (MedCon) - In Bayern hat der Prüfungsausschuss
entschieden: Alle Praxen, die ihre Überschreitungen der Richtgrößen für
die Jahre 2003 und 2005 nicht erklären konnten, müssen sich nun beraten
lassen. "Sanktionen in finanzieller Hinsicht - wie zum Beispiel Rückzahlungen -
werden vorerst nicht ergriffen", teilte der Prüfungsausschuss heute mit.
07.12.2007 (MedCon/ms) - Die nordrhein-westfälischen Kinderärzte stellen sich laut ihrem Sprecher Dr. Hermann-Josef Kahl schon einmal auf zunehmende Patientenströme aus den Niederlanden ein, wenn die EU-Kommission die nationalen Gesundheitssysteme für EU-Bürger öffnet. "Niederländische Eltern müssen mit ihren Kindern zu Allgemeinärzten, die überwiegend alte Menschen behandeln und keine spezielle Facharztausbildung in Kinder- und Jugendmedizin haben wie wir in Deutschland", beklagt Kahl die Zustände im Nachbarland.
28.11.2007 (MedCon) - Die ersten Absolventen eines solchen Weiterbildungslehrgangs zur "arztentlastenden, gemeindenahen, E-Health-gestützten Intervention" (Gemeindeschwester "AgnES") erhielten heute ihr Zertifikat. Die Unterstützung von Hausärzten durch speziell ausgebildete
Krankenschwestern in Regionen, die von hausärztlicher Unterversorgung
betroffen oder bedroht sind, ist das Kernanliegen des erfolgreichen
Modellprojektes.
04.10.2007 (MedCon) - Nach einem Bericht des "Tagesanzeiger" (Schweiz) ist jeder zehnte Niedergelassene im Heidiland ein Deutscher. Bestätigt wird dies durch die aktuelle Arztzahlstatistik von KBV und BÄK, die am kommenden Dienstag in Berlin vorgestellt werden wird. In der Schweiz arbeiten immer mehr deutsche Mediziner: Waren es vor drei Jahren noch 1159, ist ihre Zahl bis zum September 2007 auf 2846 gestiegen.
02.10.2007 (MedCon) - Im aktuellen Medizinklimaindex geben 48,9 Prozent der befragten Niedergelassenen ihre wirtschaftliche Lage als befriedigend an, 21,2 Prozent sehen ihre Situation positiv, 29,9 Prozent beurteilen sie als schlecht. Den Berechnungen zufolge liegt der Medizinklimaindex bei Niedergelassenen aktuell bei -14,8 und bildet somit ein Zufriedenheitsniveau ab, das Beschäftigten im Baugewerbe (-20,7) und im Einzelhandel (12,9) ähnlich ist.
10.09.2007 (MedCon) - Geregelt hat die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) nun die Nachfolge ihres Vorstandsvorsitzenden Dr. Carl-Heinz Müller, der seit Juli in Doppelfunktion auch KBV-Vorstand ist: Zu Müllers Nachfolger in der KV RLP ist in der vergangenen Woche San.-Rat Dr. Günter Gerhardt gewählt worden. Müller kann sich somit jetzt voll und ganz seinen Aufgaben in der KBV widmen.
16.08.2007 (dpa/lnw) - Wenn es nur ein wenig zwickt und beißt, gehen die Deutschen oft gleich in die Apotheke statt zum Arzt. Der Hang zur Selbstmedikation habe stark zugenommen, fand das Institut für Demoskopie Allensbach in einer Umfrage heraus. 67 Prozent der Befragten besorgten sich bei kleineren Gebrechen Arznei, bevor sie zum Arzt gingen. 23 Prozent fühlten sich erst nach einem Arztbesuch sicher, teilte der Apothekerverband Westfalen-Lippe unter Berufung auf die Umfrage am Mittwoch mit. Anfang der 90er Jahre habe diese Quote noch bei rund 30 Prozent gelegen. Die Forscher befragten 21 000 Menschen ab 14 Jahren zwischen Frühjahr 2006 und Frühjahr 2007.
31.07.2007 (MedCon) - Eine Berufungskammer des Landgerichts München II verhandelt heute gegen drei Dachauer Klinikärzte in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Tötung. Eine Patientin war in dem Krankenhaus täglich mit einem chemischen Präparat behandelt worden, das nur ein Mal pro Woche verabreicht werden darf. Die Frau soll auf Grund dieses Behandlungsfehlers gestorben sein. Ein Oberarzt war vom Amtsgericht Dachau freigesprochen, zwei Kollegen aber verurteilt worden.
11.07.2007 (MedCon) - Den deutschen Universitätskliniken droht nach Einschätzung von Ärzte- und Hochschulvertretern die massenhafte Abwanderung von Nachwuchswissenschaftlern ins Ausland. Ärzte in der klinischen Forschung verdienten deutlich weniger als Mediziner, die in der Patientenversorgung tätig sind, klagten der Marburger Bund (MB) und der Deutsche Hochschulverband am Mittwoch in Berlin. Auch eine klinische Professur sei für Mediziner finanziell weitaus unattraktiver als eine Oberarzt-Stelle ohne akademische Aufgaben.